OTKO
Medien Mitteilung

 Wangen bei Olten, 16.10.2006

      Medien-Mitteilung

In der letzten Zeit wurde über den Türkischen Kulturkreis Olten viel negatives in den Medien berichtet, wobei vieles davon schlicht falsch war und nur dem Zweck diente unseren Image zu schaden.
Durch diese falschen Informationen über uns, werden wir im  Bewusstsein der Schweizerbevölkerung als rückständige und nicht gesselschaftsfähige Menschen dargestellt. Weil die Bevölkerung uns missversteht und weil gegenüber uns beleidigende und erniedrigende Aussagen gemacht werden, veröffentlichen wir diese Medien- Mitteilung.

Unser Verein ist absolut unabhängig, und repräsentiert in keinster Weise eine politische Organisation in der Türkei. Unser Verein wurde 1978 gegründet und dient seit 28 Jahren den Vereinsmitgliedern und Nichtmitgliedern. Unser Verein und die Vereinsgründer sind den verantwortlichen Schweizer Behörden bekannt. Unser Verein bietet den zweit bis neunt Klässlern Nachhilfeunterricht in den verschiedensten Fächern. Es werden Computerkurse für Frauen und Jugendliche Gesundheitskurse und für Erwachsene Deutschkurse angeboten.  Ins besondere werden seit 1990 Integrationskurse für Erwachsene, Jugendliche und Kinder im Rahmen des Möglichen gestaltet.
Wenn die Medien anstatt, dass sie mit der Lupe nach Fehlern zu suchen, einfach unsere Ambitionenen und unsere Aktivitäten verfolgen würden, würden sie sehen, dass wir nichts anderes als ein Kulturverein sind.
Wir arbeiten mit der Ausländerbehörde Solothurn, der EKA (Bern) und dem Roten Kreuz zusammen, wobei die EKA und der Kanton uns finanziell bei den Integrationskursen und Bemühungen unterstützen.
Unser Verein hat 70 Mitglieder. 25% der türkischen Staatsbürger sind auch zur gleichen Zeit Schweizerbürger. 90% unserer Mitglieder leben und arbeiten seit über 20 Jahren hier in der Schweiz. In dieser Zeit hat sich kein einziges Mitglied unseres Vereins sich je etwas zu schulden kommen lassen.
Wir sind ein Teil der arbeitenden Schweizerbevölkerung. Unsere Kinder besuchen die obligatorische Schule, machen ihr Matur oder eine berufliche Ausbildung.
Unser Verein wurde, von seit Jahren in der Schweiz lebenden, gut integrierten, zum Teil eingebürgerten und nie mit dem Gesetz in Konflikt geratenen,  Türken gegründet.
Die von unserem Verein gewünschte Erlaubnis zum Bau eines Minaretts ist noch hängig. Der Gebetsraum unseres Vereins, die Flagge und die Fahnenstangen sind mit Erlaubnis der Schweizer Behörden erstellt worden Auch die Flagge der Bozkurt (graue Wölfe) ist kein Widerspruch zu Schweizer Gesetzen.
Vor allem gibt es für die Schweizerbevölkerung keinen Grund zur Beunruhigung durch die Bozkurt-Flagge.

1.  Bozkurt (Graue Wölfe) ist das Symbol für die Ergenekon-Legende Die Ergenekon-Legende beginnt mit der Flucht der überlebenden Göktürken (auch Köktürken genannt), nach dem Zerfall ihres einst mächtigen Reiches, das vernichtende Niederlagen gegen das Chinesische Reich und andere (nicht türkische) Stämme verursacht hatten. Die Völkerflucht führt die Göktürken in ein unwegsames Berggebiet, in dessen Zentrum sie ein gewaltiges fruchtbares Tal vorfinden. Sie beschließen zunächst, in diesem Tal zu bleiben und schweißen mit ihrem gesamten Eisenbesitz den einzigen Zugang zum Tal zu. Hier, in Ruhe vor ihren Feinden, beginnen die Clans wieder aufzublühen und die Göktürken kommen wieder zu Kräften. Nach mehreren Generationen sind sie so zahlreich, dass das Tal überbevölkert ist, daher beschließen sie, das eiserne Tor einzuschmelzen, um daraus wieder Waffen zu schmieden. Allerdings ist der Völkerzug nun dem Labyrinth aus Pässen, Tälern und Schluchten ausgesetzt, durch die ihre Vorfahren einst durchgereist

waren. Da aus dieser Generation niemand verblieben ist, irren Sie durch die Berge, bis ihnen ein grauer Mutterwolf (das Wappentier der Göktürken) begegnet, die sie aus den Bergen führt.  Auch wenn der Graue Wolf von radikalen Rechten gern als Symbol genommen wird, ist der Graue Wolf im Bewusstsein der Türken als Symbol der Türken fest verankert.

Alle heute bestehenden Türkstaaten und Stämme, die ihre Identität bewahren konnten, führen ihre Herkunft auf die Zersplitterung der Göktürken zurück.
So eröffnete man den ersten Zentralasien-Gipfel der Türkischen Republiken nach dem Zerfall der Sowjetunion dadurch, dass die einzeln eintretenden Staatschefs mit einem kleinen Hammer auf ein Stück Eisen schlugen, als Symbol für das eiserne Tor, dass die Göktürken beschützte und eingerissen werden musste, um den Weltgeschehen wieder betreten zu können.
Der graue Wolf wurde schon zu Atatürks Zeiten auf die 5 und 10 Lira Münzen gedruckt. Der graue Wolf wurde immer dann benutzt wenn man auf sein Türkentum hinweisen wollte. Auch verschiedene Türkstämme benützen das Symbol, so z.B. Aserbaidschans oder die Turkmenen u.s.w.
Was für die Franzosen der Hahn ist, ist für uns der Graue Wolf.

2. Solche, die den grauen Wolf als Symbol für ihr Türksein nehmen sind nicht diejenigen, die von einem Türkischen Grossreich träumen. Wir als Verein und Vereinsmitglieder haben nicht diese Ideale. Wenn wir extrem Nationalistisch wären, würden wir wohl kaum in der Schweiz leben.

3. Unser Verein wird auch immer wieder mit irgendwelchen Kurdenübergriffen oder der PKK in Verbindung gebracht. Zum einen sind Kurden, Türkische Staatsangehörige und nicht alle sind Sympathisanten  der PKK. Die PKK wurde von der EU als Terroristische Organisation eingestuft.  Unser Verein hat niemals gegen die PKK operiert, weder in Basel noch sonst irgendwo, wie dies in verschiedenen Medienberichten behauptet wurde; wobei unser Verein absolut gegen die PKK, wie auch jede andere terroristische Organisation ist.  
4. Im Übrigen wird unser Verein mit den 5000 Toten vor 1980 in der Türkei in Verbindung gebracht (gemäss einigen Medienberichten). Keiner unserer Vereinsmitglieder hat mit diesen Unruhen von damals eine  Verbindung gehabt.  Den Unruhen vor 1980 in der Türkei sind tausende Menschen zum Opfer gefallen. Fakt ist, dass damals die Kommunisten, die die Türkei in einen Sowjetblock einbinden wollten, auf den Widerstand der Nationalisten stiessen. Dadurch entbrannten die Unruhen. Doch durch die Aufarbeitung der Unruhen stellte sich heraus, dass in Tat und Wahrheit sich die Ereignisse so darstellten. : Die Türkei wurde durch die französischen Studenten-Aufstände von 1968 inspiriert, wobei sich in Europa die Unruhen relativ schnell legten, aber in der Türkei durch den Beitrag aus dem Ausland (vor allem aber durch die damalige Sowjetunion) sich die Ereignisse besonders lang und durch viele Opfer auszeichnete.
Bleibt zu erwähnen, dass zur Zeit in der Türkei, die Linken und die Nationalisten (grauen Wölfe) sich national wie international die gleichen Ziele verfolgen und diesen Weg teils zusammen bestreiten,

Aus all diesen Gründen weisen wir mit aller härte jede Verbindung mit einer Organisation welche mit Gewalt operiert oder operiert hat weit von uns.
Heute weiss man genau welche Organisationen auf der Welt mit Terror ihre Überzeugungen durchzusetzen versuchen.
Wir bitten Europa, insbesondere die Schweiz, den terroristischen Organisationen nicht immer glauben zu schenken.
Wir würden es begrüssen wenn man es bevorzugen würde, uns oder auch andere türkische Gruppierungen durch uns selber kennen zu lernen, anstelle von jemanden der über uns urteilt ohne uns zu kennen.
Wenn man bedenkt, dass die Schweiz die Religionsfreiheit in seinem Grundsatz verankert hat, ist es sinnlos, uns, die sich für die Integration von Ausländern einsetzt und auch Taten folgen lässt, den Bau einer Minarette zu verbieten.
Die negativen Medienberichte aus diesem Grund (Minarettebau und Grauen Wölfe Flagge) sind kontraproduktiv für das friedliche Zusammenleben von Schweizern und Ausländern.


Wir wünschen, dass die negativen, aber vor allem falschen Medienberichte über uns aufhören.

 


Türkischer Kultureller Kreis Olten
Der Vorstand

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. Juni 2010 um 23:04 Uhr